Nein zu den Fernstraßenplanungen im Rothaargebirge: Ferndorf-Eder-Lahn-Straße (FELS) bzw. Bundesfernstraße Olpe-Hattenbach

 

Es ist ganz sicher das meistdiskutierte Thema in der Region – der geplante Bau einer Fernstraße durch das Rothaargebirge sorgt für kontroverse Diskussionen zwischen Befürwortern und Kritikern.

Braucht die Region eine solche Ost-West-Fernverkehrsverbindung oder nicht? Für mich ist die Beantwortung dieser Frage klar: Wir brauchen sie nicht. Eine Fernstraße – ganz gleich ob die im vordringlichen Bedarf ausgewiesene „FELS“ oder deren Fortführung im Sinne einer „leistungsfähigen Bundesfernstraße“ nach Hattenbach – kostet den Steuerzahler Milliarden und wird für die Region gravierende ökologische Folgen nach sich ziehen. Eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands – vom Rothaargebirge bis nach Waldhessen – würde zerschnitten und die betroffenen Gebiete mit Lärm und Abgasen des dann durch unsere Region rollenden Schwerlastverkehrs belastet. Dies möchte ich den Bürgerinnen und Bürgern im nördlichen Siegerland und Wittgenstein nicht zumuten – zumal der Nutzen der geplanten Trasse mehr als zweifelhaft erscheint.

 

Arbeitsplätze durch Fernstraßenanbindung – Wirklich?

 

Es wird stets argumentiert, dass eine Fernstraßenanbindung Unternehmen an die Region bindet bzw. neue lockt und auf diese Weise Arbeitsplätze schafft – alleine ein plausibler wissenschaftlicher Nachweis dieser Hypothese steht nach wie vor aus. Es ist keinerlei Korrelation zwischen Arbeitslosenzahlen und dem Fehlen von Fernstraßenanbindungen festzustellen. Nicht zuletzt zählt gerade der Kreis Siegen-Wittgenstein zu den von Arbeitslosigkeit am wenigsten betroffenen in ganz Nordrhein-Westfalen.

 

Verkehrsprobleme an Ort und Stelle wirklich lösen

 

Das nicht minder häufig angeführte Problem der erheblichen Verkehrsbelastungen in Ortsdurchfahrten (insbesondere seien hier Kreuztal und die Ortschaften des Ferndorftals genannt) lässt sich durch eine Fernstraße nur bedingt lösen. Der hohe Anteil von Ziel- und Quellverkehr wird kaum auf die Fernstraße ausweichen – im Gegenteil: Es wird Fernverkehr angezogen, der vorher die Region überhaupt nicht passiert hat. Zudem werden unmittelbar an den Auf- bzw. Abfahrten gelegene Ortschaften einen erheblichen Verkehrszuwachs zu verzeichnen haben – mit allen negativen Folgen für die Lebensqualität vor Ort. Kurz gesagt: Wir müssen die Probleme mit sinnvollen, punktuellen Maßnahmen lösen und nicht verlagern.

 

Lassen Sie es nicht zu, dass die Entwicklung in nördlichem Siegerland und Wittgenstein ständig nur auf den Bau einer Fernstraße durch das Rothaargebirge reduziert wird. Wir benötigen ein viel breiteres Konzept, mit dem wir unsere Region nachhaltig und zukunftsorientiert voranbringen können. Dazu mehr in den weiteren Rubriken unter „Meine Positionen“.

 

Widerstand wächst!

 

Das länderübergreifende Netzwerk „Stop A4“ befindet sich in ständigem Wachstum. Bislang haben sich bereits über 40 Organisationen (Bürgerinitiativen, Naturschutzverbände u.v.m.) angeschlossen und streiten gemeinsam für die Einstellung der Fernstraßenplanungen. Es werden zahlreiche Aktionen (Informationsabende, Trassenwanderungen, Pflanzungen von Widerstandseichen etc.) angeboten, zu denen alle Interessierten stets herzlich eingeladen sind.

Länderübergreifende Initiative gegen die geplante Bundesfernstraße in Elsoff (18.09.2009)

 

Mit einer länderübergreifenden Aktion haben GRÜNE aus Hessen und NRW gemeinsam mit Bürgerinitiativen und Naturschutzverbänden ein starkes Zeichen der Solidarität gegen die geplante Bundesfernstraße Olpe-Hattenbach gesetzt. An der Pflanzung der insgesamt 6. Widerstandseiche in Bad Berleburg-Elsoff in unmittelbarer Nähe zur Landesgrenze nahmen neben dem Fraktionsvorsitzenden der hessischen Grünen, Tarek Al-Wazir, auch die GRÜNEN Landtagsabgeordneten Angela Dorn, Jürgen Frömmrich, Daniel May (alle Hessen) und Johannes Remmel (NRW) teil.

 

Pflanzung der 6. Widerstandseiche: v.l.: Daniel May, Jürgen Frömmrich, Angela Dorn, Johannes Remmel, Tarek Al-Wazir, Florian Kraft und Anne Archinal (Sprecherin AG Burgwald) Pflanzung der 6. Widerstandseiche: v.l.: Daniel May, Jürgen Frömmrich, Angela Dorn, Johannes Remmel, Tarek Al-Wazir, Florian Kraft und Anne Archinal (Sprecherin AG Burgwald)
Berichterstattung Siegener Zeitung, 19.09.2009
berichterstattung_elsoff_siz-19-09-09.do
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